Größe: 130 – 180 cm Körperlänge und 60 – 115 cm Schulterhöhe
Gewicht: 40 – 130 kg (bis 200kg möglich)
Familie: Echte Schweine (Suidae)
Paarungszeit: November – Januar, aber auch ganzjährig möglich
Setzzeit: März – Mai
Bestand: ungefährdet bzw. zunehmend
Schutzstatus: –
Das Wildschwein gilt als ausgesprochen anpassungsfähig. Bevorzugt lebt es in Laub- und Mischwäldern mit dichtem Unterholz, das ausreichend Deckung bietet. Ebenso wichtig sind Gewässer oder schlammige Suhlen. Wildschweine nutzen Schlamm nicht nur zur Abkühlung, sondern auch, um Parasiten abzustreifen. Sie sind zudem sehr gute Schwimmer.
Wie viele andere Wildtiere ist auch das Wildschwein überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Als Allesfresser ist es äußerst flexibel in seiner Nahrungswahl. Bevorzugt werden Eicheln und Bucheckern gefressen. Daneben stehen jedoch auch Würmer, Insekten, Kleinsäuger, Pilze, Gräser, Wurzeln, Früchte, Vogeleier und Samen auf dem Speiseplan. Gelegentlich suchen Wildschweine auch landwirtschaftliche Flächen auf, wo sie erhebliche Schäden anrichten können.
Das Sozialverhalten ist stark vom Geschlecht abhängig. Männliche Tiere, die Keiler, leben meist als Einzelgänger. Weibliche Tiere, die Bachen, bilden hingegen Familienverbände. Angeführt werden diese von einer erfahrenen Leitbache. In Bezug auf andere Wildtiere zeigen Wildschweine eine hohe Toleranz, meiden jedoch die Nähe zu großen Beutegreifern wie Wolf oder Luchs.
An die kalte Jahreszeit passen sich Wildschweine mit einem dichteren Winterfell an, das aus langen, dunkelgrauen bis schwarzen Borsten sowie einer wärmenden Unterwolle besteht. Dieses Fell schützt zuverlässig vor Frost. So ausgestattet gehen sie auch im Winter aktiv auf Nahrungssuche und gebähren gegen Ende des Winters sogar ihre Jungen.
Die Bache bringt drei bis zwölf Frischlinge zur Welt. Die Jungtiere können bereits kurz nach der Geburt laufen und folgen der Mutter. Ab etwa drei Wochen beginnen sie, selbstständig nach Nahrung im Boden zu suchen. Das Fell der Frischlinge ist zunächst braunweiß gestreift und bietet gute Tarnung. Nach etwa sechs Monaten entwickelt sich das typische schwarzbraune Borstenkleid.
Die Paarungszeit, auch Rauschzeit genannt, fällt in die Monate von November bis Januar, ist aber auch ganzjährig möglich.