Größe: ♀: 37 – 48 cm; ♂: 40 – 52 cm; Schwanzlänge ca. 20 – 30 cm
Gewicht: ♀: 700 – 1700 g, ♂: 1000 – 2000 g
Familie: Marderartige (Mustelidae)
Paarungszeit: Mitte Juni – Ende Juli
Setzzeit: März – April (Keimruhe)
Bestand: ungefährdet bzw. zunehmend
Schutzstatus: –
Der Steinmarder ist in fast ganz Europa verbreitet und meidet nur das Hochgebirge sowie dichte, geschlossene Wälder. Ursprünglich in felsigen Landschaften heimisch, hat er sich stark an den Menschen angepasst und besiedelt heute auch Dörfer und Städte. Tagsüber zieht er sich in geschützte Verstecke zurück – etwa in Steinhaufen, Holzstapeln, Ställen, Scheunen oder auf Dachböden. Damit unterscheidet er sich deutlich vom Baummarder, der vor allem in Waldgebieten lebt und menschliche Siedlungen meidet.
Der Steinmarder ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Seine Hauptnahrung besteht aus Kleinsäugern wie Mäusen, Hasen oder Kaninchen sowie aus bodenbrütenden Vögeln und deren Eiern. In der Nähe menschlicher Siedlungen erbeutet er gelegentlich Hausgeflügel wie Hühner oder Enten und bedient sich an Abfällen oder Aas. Im Sommer frisst er auch Früchte und Beeren.
Typisch für den Steinmarder ist sein ausgeprägter Spieltrieb und sein Interesse an fremden Gerüchen. Dadurch kommt es häufig zu den bekannten „Marderschäden“ an geparkten Autos: Dabei beißt das Tier Kabel und Schläuche an, um Duftspuren anderer Marder zu überdecken oder aus Neugier zu erkunden.
Der Steinmarder lebt als Einzelgänger und verteidigt sein Revier entschieden gegenüber Artgenossen. Zur Reviermarkierung nutzt er Duftdrüsen, deren Sekret einen intensiven Geruch verbreitet. Gegenüber anderen Tierarten zeigt er sich dagegen tolerant. Er nutzt gelegentlich verlassene Fuchs- oder Dachsbauten als Unterschlupf. Die Nähe des Menschen stört ihn kaum – im Gegenteil: Gebäude und Siedlungsstrukturen bieten ihm Schutz und Nahrung.
In der kalten Jahreszeit reduziert der Steinmarder seine Aktivitäten und sucht vermehrt warme und trockene Aufenthaltsorte auf. Besonders im Winter hört man sein typisches Trippeln auf Dachböden, wo er Unterschlupf gefunden hat.
Ein Wurf umfasst in der Regel zwei bis fünf Jungtiere. Bei der Geburt sind sie nackt und blind, öffnen ihre Augen nach etwa vier Wochen und bleiben insgesamt rund zwei Monate im schützenden Bau. Danach begleitet die Mutter sie den Sommer über bei der Nahrungssuche, bis sie im Herbst selbstständig werden.
Die Paarungszeit liegt zwischen Juni und August und wird als Ranz bezeichnet. Nach einer verzögerten Einnistung der befruchteten Eizelle kommen die Jungen erst im folgenden Frühjahr, meist im März oder April, zur Welt.