Größe: 150 – 210 cm Körperlänge und 90 – 125 cm Schulterhöhe
Gewicht: ♀: 70 – 90 kg, max. 110 kg, ♂: 100 – 160 kg, max. 250 kg
Familie: Hirsche (Cervidae)
Paarungszeit: September – Oktober
Setzzeit: Mai – Juni
Bestand: stabil
Schutzstatus: –
Der Rothirsch ist ursprünglich ein Bewohner offener und halboffener Landschaften wie Wiesen, Moore und lichte Wälder. Durch die Ausdehnung menschlicher Siedlungen und intensive Landwirtschaft hat er sich jedoch zunehmend in bewaldete Gebiete zurückgezogen. Im Süddeutschen Raum lebt er heute in ausgewiesenen, geschützten Waldregionen, da seine Ausbreitung durch forst- und jagdliche Regelungen begrenzt wird.
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern, Kräutern, Knospen und jungen Trieben von Bäumen und Sträuchern. Im Herbst fressen Rothirsche gerne Eicheln, Kastanien, Bucheckern und Fallobst. Im Winter nehmen sie auch Rinde zu sich – ein Verhalten, das als „Schälen“ bezeichnet wird und den Bäumen erheblich schaden kann. Auf Feldern graben sie zudem mitunter Rüben oder Kartoffeln aus, was bei Landwirten wenig beliebt ist.
Rothirsche sind friedfertige Herdentiere und leben meist in stabilen Sozialverbänden. Sie zeigen sich tolerant gegenüber anderen Waldbewohnern. Natürliche Feinde sind vor allem der Wolf und bei Kälbern der Luchs. Menschen meiden sie konsequent.
Das Sommerfell des Rothirsches ist rotbraun und wird im Winter dichter und färbt sich graubraun. Männliche Tiere werfen jedes Jahr im Spätwinter ihr Geweih ab, das bis zum Sommer vollständig nachwächst. Während der kalten Jahreszeit fahren Rothirsche ihren Stoffwechsel stark herunter: Herzschlag, Körpertemperatur und Aktivität sinken, um Energie zu sparen. Dabei schrumpfen vorübergehend sogar innere Organe wie Herz, Leber oder Nieren – eine einzigartige Anpassung unter heimischen Säugetieren. Störungen durch Menschen können in dieser Phase lebensgefährlich werden, da die Tiere beim Fliehen viel Energie verlieren.
Nach rund acht Monaten Tragzeit bringt die Hirschkuh im Mai oder Juni meist ein Kalb zur Welt, selten gebärt sie Zwillinge. Das Jungtier ist zunächst gefleckt und bestens getarnt, wenn es im hohen Gras oder Unterholz ruht. Nach wenigen Wochen folgt es seiner Mutter und schließt sich bald dem Rudel an.
Im Herbst, meist im September und Oktober, beginnt die Brunftzeit. Das weithin hörbare Röhren der Hirsche kündigt sie an. Mit ihren lauten Rufen markieren die Männchen ihr Revier, werben um die Hirschkühe und messen sich in Kämpfen mit Rivalen. Dabei prallen sie mit ihren Geweihen aufeinander und drücken sich gegenseitig zurück. Der stärkste Hirsch, der sogenannte Platzhirsch, darf sich schließlich mit den Weibchen paaren.