Größe: 100 – 130 cm Körperlänge und 60 – 75 cm Schulterhöhe
Gewicht: 20 – 30 kg
Familie: Hirsche (Cervidae)
Paarungszeit: Juli – August
Setzzeit: Mai – Juni (Keimruhe)
Bestand: ungefährdet bzw. zunehmend
Schutzstatus: –
Das Reh ist die in Europa am weitesten verbreitete und kleinste Hirschart und gilt als besonders anpassungsfähig. Bevorzugt lebt es in strukturreichen Mischwäldern mit Sträuchern, Hecken und dichtem Bewuchs, der Schutz und Deckung bietet. Daneben nutzt es auch Felder, Wiesen und Waldränder als Lebensraum, sofern Rückzugsmöglichkeiten in der Nähe vorhanden sind.
Rehe sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich meist. Ihre Nahrung besteht aus leicht verdaulichen, eiweißreichen Pflanzenbestandteilen wie Gräsern, Kräutern, Knospen und Blättern. In der Kulturlandschaft äsen sie häufig an landwirtschaftlichen Kulturen wie Raps, Mais oder jungem Getreide.
In freier Wildbahn müssen Rehe vor allem vor Luchs und Wolf auf der Hut sein. Für junge Kitze stellen auch Fuchs, Uhu, Marder, Wildschwein oder die Wildkatze eine Gefahr dar. Rehe meiden Menschen in jedem Alter konsequent. Bei Bedrohung sucht das Reh mit wenigen schnellen Sprüngen Schutz in dichtem Unterholz und verharrt dort.
Böcke verteidigen ihre Reviere gegenüber Rivalen durch Drohgebärden, Kämpfe und durch Lautäußerungen, das sogenannte „Schrecken“, das an ein bellendes Geräusch erinnert.
Das Fell des Rehs ist im Sommer rotbraun und verfärbt sich im Winter zu einem graubraunen Tarnkleid. Männliche Tiere, die Rehböcke, tragen ein Gehörn, das jedes Jahr im Herbst abgeworfen und im Frühjahr neu gebildet wird.
Eine Besonderheit beim Reh ist die verzögerte Einnistung der befruchteten Eizelle (Keimruhe). Dadurch beginnt die eigentliche Tragezeit erst im Winter. Die Kitze werden meist im Mai oder Juni des Folgejahres geboren. Ein Wurf umfasst in der Regel ein bis zwei Jungtiere. Bereits wenige Stunden nach der Geburt können die Kitze stehen und erste Schritte unternehmen. Ihr geflecktes Jugendkleid bietet ihnen in der Vegetation eine hervorragende Tarnung.
Oft legt die Ricke ihr Kitz im hohen Gras ab. Es hat keinen Eigengeruch und ist so vor Fressfeinden sicher. Bei Bedrohung flieht das Kitz nicht, sondern duckt sich tief ins Gras. So werden vor allem landwirtschaftliche Maschinen wie Mähdrescher zu einer tödlichen Gefahr.
Die Paarungszeit, auch Brunft genannt, dauert von Mitte Juli bis Mitte August. In dieser Phase verfolgen die Böcke die weiblichen Tiere, Ricken oder Geißen genannt, oftmals über längere Strecken. Charakteristisch sind dabei kreisrunde Trittsiegel im Gras, sogenannte „Hexenringe“, die beim Umherjagen entstehen.