Größe: 80 – 110 cm Körperlänge und 50 – 60 cm Schulterhöhe
Gewicht: 17 – 27 kg
Familie: Katzen (Felidae)
Paarungszeit: Februar – April
Setzzeit: April – Juni
Bestand: Vom Aussterben bedroht
Schutzstatus: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders und
Der Eurasische Luchs bewohnt verschiedene Waldtypen – von den Alpen bis ins norddeutsche Flachland. Entscheidend sind ausgedehnte, ungestörte Waldgebiete mit dichter Vegetation und ausreichend Deckung. In Deutschland ist der Luchs nach jahrhundertelanger Verfolgung heute nur noch in wenigen Regionen dauerhaft heimisch: im Harz, im Bayerischen Wald, im Pfälzerwald und Teilen des Schwarzwalds. Einzeltiere wandern gelegentlich in angrenzende Gebiete ab.
Luchse sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ziehen sie sich in dicht bewachsene Rückzugsorte oder felsige Verstecke zurück. Als spezialisierte Jäger ernähren sie sich vor allem von Rehen, gelegentlich auch von Rotwild. Kleinere Beutetiere wie Hasen, Füchse, Mäuse oder Vögel ergänzen den Speiseplan. Nach erfolgreicher Jagd decken sie ihre Beute mit Laub oder Schnee ab und kehren über mehrere Tage hinweg zum Fressen zurück.
Der Luchs lebt als Einzelgänger und beansprucht ein großes Revier, das – je nach Lebensraum und Nahrungsangebot – zwischen 100 und 450 km² groß sein kann. Männchen haben meist größere Territorien als Weibchen. Reviere werden mit Duftmarken und Kratzspuren abgegrenzt. Nur während der Paarungszeit dulden sich Luchse gegenseitig.
Die Tiere meiden die Nähe zum Menschen und auch zu anderen großen Beutegreifern wie dem Wolf. Nur diese können für ausgewachsene Luchse gefährlich werden.
Das Fell des Luchses ist im Sommer rötlich bis gelbbraun und trägt eine individuelle Fleckenzeichnung, an der jedes Tier eindeutig erkannt werden kann. Im Winter färbt es sich graubraun und wird durch eine dichte Unterwolle ergänzt, die hervorragenden Kälteschutz bietet. Seine langen Beine und breiten Pfoten wirken wie Schneeschuhe und ermöglichen lautloses Pirschen selbst im tiefen Schnee.
Nach einer Tragezeit von etwa 70 Tagen bringt das Luchsweibchen im Mai oder Juni ein bis vier Junge zur Welt. Die Jungtiere sind anfangs blind und völlig hilflos. In den ersten Monaten werden sie gesäugt, später erhalten sie Beutestücke von der Mutter. Im Spätherbst beginnen sie, selbstständig zu jagen, bleiben aber bis zum nächsten Frühjahr im mütterlichen Revier. Dann verlassen sie das Territorium, um sich eigene Streifgebiete zu suchen.
Die Ranzzeit liegt zwischen Februar und Anfang April. Während dieser Zeit bleibt das Weibchen (Katze) einige Tage mit einem Männchen (Kuder) zusammen.