Größe: 42 – 68 cm Körperlänge
Gewicht: 2,5 – 6,5 kg
Familie: Hasenartige (Leporidae)
Paarungszeit: Dezember – August
Setzzeit: Februar – September (3 – 4 mal im Jahr)
Bestand: Gefährdet
Schutzstatus: –
Der Feldhase ist in nahezu ganz Europa verbreitet. Lediglich in den Hochgebirgen kommt er nicht vor. Er bevorzugt offene und halboffene Landschaften mit einem Wechsel aus Feldern, Wiesen, Hecken und kleinen Waldstücken. Besonders wohl fühlt er sich in landwirtschaftlich genutzten Gebieten mit vielfältigen Strukturen, die ihm Nahrung und Deckung zugleich bieten. Tagsüber ruht der Feldhase meist in einer flachen Mulde im Boden, der sogenannten Sasse, in der er sich eng an den Untergrund drückt.
Feldhasen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus pflanzlichem Material: Gräsern, Kräutern, Wurzeln, Getreidesaaten, Rüben, Kohl und anderen Feldfrüchten. Im Winter, wenn frische Pflanzen rar sind, fressen sie auch Knospen, junge Triebe und Rinde von Bäumen. Durch ihre Nahrungsgewohnheiten können sie in der Landwirtschaft gelegentlich Schäden verursachen.
Feldhasen sind äußerst wachsame Tiere. Zu ihren natürlichen Feinden zählen Fuchs, Marder, Greifvögel wie der Habicht oder Uhu und vereinzelt auch Wildschweine. Bei Gefahr verharren sie zunächst reglos in ihrer Sasse und verlassen sich auf ihre Tarnung. Erst im letzten Moment fliehen sie mit beeindruckender Geschwindigkeit und schlagen dabei blitzschnelle Haken, um ihre Verfolger abzuschütteln.
Feldhasen sind im Winter aktiv – oft kann man ihre Spuren im Schnee entdecken. Das Winterfell ist graubraun und bietet in der kahlen Landschaft eine hervorragende Tarnung. Häufig lassen sie sich in ihrer Sasse auch einschneien, wodurch sie nahezu unsichtbar werden.
Pro Jahr kommen bis zu drei Würfe zur Welt, meist mit ein bis fünf Jungen. Die Junghasen sind bereits bei der Geburt vollständig behaart, sehend und mobil – sie gelten als Nestflüchter. Dennoch bleiben sie tagsüber einzeln in ihrer jeweiligen Sasse verborgen und werden nur ein- bis zweimal täglich von der Mutter aufgesucht und gesäugt. Schon nach wenigen Wochen beginnen sie, selbständig Nahrung aufzunehmen und bewegen sich zunehmend eigenständig durch ihr Revier.
Die Paarungszeit des Feldhasen beginnt bereits im Januar und kann sich bis in den Oktober hinein erstrecken. Während dieser Zeit kommt es zu charakteristischen „Hasenhochzeiten“: Mehrere Rammler verfolgen eine Häsin und die Männchen liefern sich Boxkämpfe und Verfolgungsjagden, um ihre Stärke zu beweisen. Die Häsin entscheidet letztlich über die Paarung.