Größe: 60 – 90 cm Körperlänge und ca. 20 – 30 cm Schulterhöhe
Gewicht: 7 – 15 kg
Familie: Marderartige (Mustelidae)
Paarungszeit: Januar – Oktober
Setzzeit: Januar – April (Keimruhe)
Bestand: ungefährdet bzw. zunehmend
Schutzstatus: –
Dachse auch familienfreundliche Tiefbauspezialisten und „Erdmarder“ genannt werden? Sie leben in komplexen Bauten unter der Erde. An ihrer charakteristischen Gesichtsmaske sind sie gut zu erkennen – allerdings werden sie erst in der Dämmerung und Nachtzeit aktiv.
Der Dachs ist in fast ganz Europa verbreitet und bevorzugt strukturreiche Wälder, offene Felder und Wiesen sowie Hügellandschaften.
Charakteristisch für ihn ist sein weitverzweigter Bau, der auch „Burg“ genannt wird. Diese unterirdischen Anlagen können über viele Generationen genutzt werden, besitzen mehrere Ein- und Ausgänge und sind oft mit verschiedenen Kammern, Tunneln und sogar Rutschbahnen ausgestattet.
Als Allesfresser sind Dachse in ihrer Nahrungsauswahl flexibel. Besonders gerne fressen sie Regenwürmer und Insekten, aber auch Schnecken, Wurzeln, Pilze, Beeren, Obst, Eicheln und gelegentlich kleinere Wirbeltiere.
Dachse leben in Familienverbänden, die ihre Burg gemeinsam bewohnen. Sie zeigen sich tolerant gegenüber anderen Arten – so kommt es vor, dass sie ihre Anlage mit einer Fuchsfamilie teilen. Dieses friedliche Nebeneinander wird „Burgfrieden“ genannt.
Im Winter halten Dachse Winterruhe. Dies ist kein echter Winterschlaf, doch die Tiere verbringen die kalte Jahreszeit weitgehend ruhend in ihrer Burg, zehren von ihren angelegten Fettreserven und wachen nur selten auf.
Früh im Jahr kommen meist zwei bis fünf Jungtiere zur Welt. Bei der Geburt sind sie etwa 12 Zentimeter lang, blind und völlig hilflos. Erst mit vier bis fünf Wochen öffnen die jungen Dachse ihre Augen. Ab dem Frühling verlassen sie erstmals gemeinsam mit der Mutter den Bau und erkunden die Umgebung. Die Dachse überwintern mit dem Familienverband im Mutterbau. Erst im darauffolgenden Jahr löst sich der Verband auf.
Die lange Paarungszeit erstreckt sich von Januar bis Oktober. Bei der Ranz kann das Weibchen einen auffälligen „Rolltanz“ aufführen, bei dem es sich minutenlang abwechselnd nach rechts und links im Kreis dreht. Wie beim Fuchs kommt es dabei oft zu temperamentvollen Auseinandersetzungen. Eine Besonderheit bei Dachsen ist die Keimruhe: Nach der Befruchtung beginnt die Entwicklung des Embryos erst Monate später, zu Beginn des kommenden Winters.