Größe: 62 – 86 cm (größter Hühnervogel Europas)
Gewicht: ♂: 3 – 5 kg, ♀: 1,5 – 2 kg
Familie: Raufußhühner
Balzzeit: Ende März bis Ende April
Brutzeit: Mai; die Aufzucht der Küken endet ca. Mitte Juli
Bestand: ca. 250 Tiere in Baden-Württemberg
Schutzstatus: Rote Liste Baden-Württemberg – vom Aussterben bedroht
Auerhuhnküken nach der Geburt innerhalb weniger Monate ihr Gewicht verhundertfachen müssen, um den nahenden Winter zu überleben. Ein menschliches Baby würde bei so einer Gewichtszunahme nach nur 4 Monaten ca. 300 kg wiegen.
Das Auerhuhn lebt zurückgezogen in lichten Bergwäldern. In den Nadel- und Mischwäldern sind vielfältige Strukturen vorhanden. Auf dem Boden wächst vorwiegend Heidelbeere.
Nachts ist das Auerhuhn auf Bäumen vor den meisten Fressfeinden geschützt. Durch die erhöhte Position hat es eine gute Übersicht und somit bessere Chancen zu flüchten. Solche „Schlafbäume“ werden über längere Zeit genutzt und sind im Idealfall freistehende, weit verzweigte Bäume.
Tagsüber ist das Auerhuhn auf dem Boden unterwegs und frisst bis zu 2 kg Heidelbeeren am Tag. Auch andere Beeren, Knospen, Blätter und Blüten stehen auf dem Speiseplan. Küken fressen auch Insekten.
Im Winter ernährt sich das Auerhuhn hauptsächlich von Kiefern- und Tannennadeln. Um diese zu zerkleinern, schluckt das Auerhuhn sogenannte „Magensteinchen“, die im Magen wie Mühlsteine wirken.
Der Auerhuhnwald bietet vielen anderen Tierarten einen Lebensraum. Das Auerhuhn gilt als Schirmart. Das bedeutet, dass auch zahlreiche, teilweise seltener Tiere, den Lebensraum des Auerhuhns nutzen. Hierzu gehören zum Beispiel Vögel wie Baumpieper, Ringdrossel und Sperlingskauz sowie viele Insekten.
Aber auch Fressfeinde wie Fuchs, Marder und Habicht sind dort anzutreffen. Insbesondere Auerhuhnküken sind dadurch stark gefährdet.
Auerhühner sind sehr gut an Winter und Schnee angepasst. Die Federn bieten guten Kälteschutz. Mit seinen Schneeschuh-artigen Füßen kann es gut auf dem Schnee laufen. Zur Not verharrt das Auerhuhn geschützt in einer Schneehöhle. Die karge Nahrung wird aufgenommen und durchwandert den 1,8 m langen Blinddarm. Allerdings zehrt die kalte Jahreszeit sehr an den Reserven. Wird ein Auerhuhn im Winter aufgescheucht, verbraucht es wertvolle Energie. Das Überleben bis zum Frühling wird mit jeder Flucht schwieriger.
Die Auerhenne ist sehr gut getarnt, sodass sie die Küken unentdeckt in einem versteckten Nest auf dem Boden ausbrüten kann. In den ersten Wochen nach dem Schlüpfen können die Küken ihre Körperwärme noch nicht selbst aufrechterhalten, sodass sie unter dem Gefieder der Henne „gehudert“ werden müssen. Gefährlich wird es, wenn natürliche Feinde, aber auch freilaufende Hunde oder unachtsame Menschen auf das „Gesperre“, also die Familie aus Auerhenne und Küken, treffen. Denn dann verlässt die Henne das Nest und den Eiern bzw. den Küken fehlt ihre Wärme.
Im Frühjahr zeigt das Männchen sein Federkleid in voller Pracht. Rivalisierende Männchen werden vom Balzplatz verjagt. Schließlich werden die Damen mit urigem Balzgesang bezirzt. Der ranghöchste Auerhahn erhält dann die meisten Paarungseinladungen der Damen.
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