BewusstWild Guidelines

Egal, ob beim winterlichen Skifahren mit Freundinnen und Freunden, beim Wandern mit der Familie oder beim einsamen Ausritt in der Natur – Naturerfahrungen sind individuell und müssen verschiedenen Ansprüchen gerecht werden. Die Natur und die Jahreszeiten im Wandel zu erleben, ist auf viele Weisen möglich: zu Fuß, in der Luft, auf dem Pferd, mit Skiern oder Schneeschuhen, an der Kletterwand oder auf dem Fahrrad.

Mountainbiken auf einem Weg in den Bergen

So bist du rücksichtsvoll in der Natur unterwegs

Unsere bewusstWild-Verhaltenstipps können dir helfen, ein unvergessliches Naturerlebnis zu haben und gleichzeitig unsere Tier- und Pflanzenwelt zu schützen.

Bleib auf den Wegen – sei berechenbar für Wildtiere

Solange du dich auf Wegen, markierten Routen und Pisten befindest, bleibst du für Wildtiere vorhersehbar und vermeidest stressvolle Fluchtreaktionen.

Tipp: Auch dein Hund zählt dazu – bitte immer anleinen, damit er keine Gefahr für Wildtiere wird.

Respektiere Ruhezeiten – Dämmerung und Nacht gehören den Tieren

Stell dir einfach vor: Für Wildtiere sind Wald und Wiese Ess- und Schlafzimmer zugleich. Besonders in der Dämmerung und nachts brauchen sie ungestörte Zeit, um Nahrung zu suchen oder um sich auszuruhen.

Tipp: Plane deine Ausflüge am besten tagsüber.

Plane deine Tour mit Rücksicht – schon bei der Routenwahl

Auf deiner Tour können besonders geschützte Gebiete für Wildtiere liegen (z. B. Wildruhe- oder Naturschutzgebiete). Halte dich an deren Regeln und akzeptiere (kurzzeitige) Sperrungen – sie dienen dem Schutz der Natur und der Sicherheit.

Tipp: Nicht alle Tourenplanungsplattformen weisen auf Naturschutzregelungen hin (leider). Auf der Seite der LUBW findest du jedoch alle Schutzgebiete Baden-Württembergs inklusive ihrer Verordnungen.

Warum…

... brauchen Wildtiere eigentlich Nachtruhe?

Fackelwanderungen oder Touren mit Stirnlampen sind für uns ein faszinierendes Erlebnis – für Wildtiere können sie jedoch Stress bedeuten. Viele Tiere ruhen tagsüber und werden erst nachts aktiv. Sie suchen Nahrung, gehen jagen oder auf Partnersuche.

Eine Studie aus dem Südschwarzwald zeigt, wie sich Wildtiere an den Menschen anpassen. Mithilfe von Sendern an Rothirschen wurde nachgewiesen: Tagsüber meiden die Tiere stark frequentierte Bereiche wie Wanderwege oder Loipen. Nachts hingegen, wenn kaum Menschen unterwegs sind, suchen sie direkt an den Wegen nach Nahrung.

Wildtiere rechnen nachts nicht damit, Menschen zu begegnen. Wenn wir nachts draußen unterwegs sind, können wir Unruhe in die Natur bringen und bei Wildtieren eine Fluchtreaktion auslösen. Diese Flucht kostet viel Energie, was besonders im Winter und während der Brut- und Aufzuchtzeiten herausfordernd ist. Hier stehen den Tieren nur reduzierte Energiereserven zur Verfügung, die schwerer wieder aufgefüllt werden können. Werden ruhige Dämmerungs- und Nachtzeiten zur Nahrungsaufnahme gestört, kann es zu Energieengpässen und im Extremfall zum Verhungern einzelner Tiere kommen.

Unser Tipp: Verzichte in der Dämmerung und Nacht auf Outdoor-Aktivitäten mit Lichtquellen – so erleichterst du Wildtieren das Überleben.

Heißt das: nie wieder bei Nacht raus?

Es gibt gute Gründe, Naturerfahrungen bei Nacht zu machen. Für den Bereich der Umweltbildung ist es wichtig, Menschen die Natur bei Nacht näherbringen zu können. Wer die Faszination der nächtlichen Natur nicht erlebt hat, wird diesen Lebensraum kaum schützen wollen. Aber schaue dir vorher an, wo du unterwegs sein willst. Für Bildungsangebote wie Nachtwanderungen, Fackelwanderungen etc. eignen sich vor allem siedlungsnahe Bereiche. Im Naherholungsbereich um Siedlungen herum oder im Umfeld von beliebten Grill- und Zeltplätzen sind Wildtiere an nächtlichen Trubel eher gewöhnt als in stadtfernen Gebieten.

Menschen, die sich abseits markierter Wege bewegen – insbesondere mit nicht angeleinten Hunden – können erhebliche Auswirkungen auf Wildtiere haben. Schon das kurze Verlassen der Wege kann Stress auslösen, weil wir uns so nicht berechenbar für Wildtiere verhalten.

Teilweise bemerken wir gar nicht, welche Auswirkungen unsere Querfeldein-Bewegung hat. Wie bei uns Menschen, kann Stress auch bei Wildtieren zu körperlichen Reaktionen führen. Beispiele hierfür sind die Ausschüttung von Stresshormonen oder ein erhöhter Herzschlag. Diese sind für das Tier anstrengend und können bei langanhaltender Dauer andere wichtige Körperfunktionen, wie z.B. die Immunabwehr oder Fortpflanzungsprozesse, hemmen. Das chronisch gestresste Tier wird also geschwächt.

Zusätzlich werden abseits der Wege gelegene Rückzugsräume gestört, in denen sich Wildtiere erholen oder Nahrung suchen. Häufige Störungen führen dazu, dass Tiere ihre Aktivitätszeiten verlagern oder bestimmte Bereiche ganz meiden. Das kann langfristig ihre Überlebenschancen und den Fortpflanzungserfolg verringern.

Zu bedenken ist außerdem, dass bereits eine sichtbare Spur (im Schnee oder im hohen Gras) Nachahmer verleiten kann, der Spur zu folgen. Du kannst ein gutes Vorbild sein. Wenn du auf den Wegen bleibst, passen sich Wildtiere an. Sie können lernen, wo sich Menschen bewegen und gewöhnen sich gut an regelmäßige Aktivitäten – am selben Ort und zur selben Zeit.

Mit dem Vierbeiner in der Natur unterwegs zu sein, macht Spaß. Doch welche Auswirkungen kann das auf Wildtiere haben?

Frei laufende Hunde werden von vielen Wildtierarten als Bedrohung wahrgenommen. Dadurch steigt ihr Stresslevel an und sie flüchten Strecken von bis zu mehreren Kilometern. Werden Wildtiere aus sensiblen Bereichen wie Nistplätzen oder Futterzonen vertrieben, kann das zu Brutabbrüchen und vermindertem Fortpflanzungserfolg führen. Insbesondere für bodenbrütenden Vögel, wie dem Auerhuhn, kann dies drastische Folgen haben. Im Winter bedeutet eine Flucht vor einem Hund für Wildtiere eine besonders große Gefahr. Die bei der Flucht verbrauchte Energie kann mit dem kargen Nahrungsangebot nur schwer wieder aufgefüllt werden.

Wildtiere nehmen Hunde über ihre gut ausgeprägten Sinne wahr und erkennen dabei schnell, ob der Hund angeleint ist. Indem du deinen Hund anleinst, trägst du zu einem stressfreien Miteinander von Mensch und Wildtieren bei.

Weitere Informationen zum Thema Hunde findest du in diesem Flyer: Shit happens

Genieße unberührte Natur und hilf mit, sie zu bewahren: Nimm alles, was du mitbringst – auch Bioabfälle – wieder mit.

Für Wildtiere ist es notwendig, dass in ihrem Lebensraum kein Müll herumliegt!

Warum? Essensreste oder Verpackungen können von den Tieren für Nahrung gehalten werden. Wenn sie Plastik, Folien oder Metallteile fressen, kann das zu schweren Verletzungen führen. Außerdem können Tiere aufgrund von Schadstoffen gefährliche Verdauungsprobleme oder Vergiftungen bekommen.

Neben möglichen Schnittwunden durch Scherben, Dosen oder Schnüre, zieht der Müll Tiere in die Nähe von Menschen und Straßen. Hierdurch wird das Risiko von Verkehrsunfällen erhöht. Und nicht zuletzt zersetzen sich die verschiedenen Müllarten teilweise nur sehr langsam und verändern Lebensräume – von der Bodenqualität bis zur Wasserbelastung – und vermindern somit die Lebensqualität der Wildtiere.

Verhaltenstipps für deine Aktivität

Wandern, Biken oder Fliegen stellen ganz verschiedene Anforderungen an Tiere und Lebensräume. Deshalb haben wir unsere Verhaltenstipps nach Aktivitäten gegliedert. So findest du schnell, was für dich relevant ist, und kannst dich draußen rücksichtsvoll bewegen, ohne auf Erlebnis zu verzichten.

Gleitschirm fliegen

Wildtiere können Gleitschirmflieger leicht mit natürlichen Feinden (z.B. Greifvögeln) verwechseln. Das löst Stress und Fluchtreaktionen aus, die viel Energie kosten. Im schlimmsten Fall werden Tiere aus ihrem Gebiet vertrieben.

  1. Sorgfältig planen und informiert starten
    Informiere dich über Schutzgebiete, Regeln und Fluggebietshinweise – so fliegst du sicher und naturverträglich. Wähle Flugrouten und Flughöhen über selten beflogenen Gebieten besonders sorgfältig aus und verzichte auf Dämmerungsflüge.

  2. Brutbereiche schützen
    Beachte befristete Überflugbeschränkungen über Horstbereichen brütender Greifvögel. Umfliege besetzte Greifvogelhorste, achte auf auffälliges Verhalten und weiche aus.

  3. Höhe bewahren
    In deckungsarmen Landschaften (z.B. offenen Feldern) haben Wildtiere kaum Versteckmöglichkeiten. Eine hohe Flughöhe sorgt dafür, dass Gleitschirme von Wildtieren kaum als Bedrohung wahrgenommen werden. Im Winter und während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr ist dies besonders wichtig.

  4. Rücksicht bei der Landung
    Lande nicht im hohen Gras oder auf Weiden, auf denen sich Tiere befinden und lege dein Fluggerät nur an sicheren Plätzen zusammen.

Klettern

Im Fels finden Uhu, Falken, Kolkrabe und Felsenschwalbe sowie die Gams Schutz und Zuflucht. Jede neue Kletterroute verkleinert jedoch diese Lebensräume.

  1. Zonen und Zeiten beachten
    Halte dich an markierte Kletterzonen, Zustiegswege, zeitlich begrenzte Sperrungen und meide die Dämmerungszeiten morgens und abends – so schützt du Pflanzen und Wildtiere.

  2. Brutzeit beachten
    Informiere dich über befristete Sperrungen, die in der Brutzeit von Vögeln gelten können. Du findest sie online unter DAV-Felsinfo | Kletterfelsen und Regelungen in Deutschland, auf Infotafeln vor Ort oder in DAV-Kletterführern.

  3. Schütze den Felsen von oben bis unten
    Die Vegetation an Felswänden bietet Tieren und Pflanzen wichtige Lebensräume. Nutze markierte Routen, Umlenk- und Abseilhaken – so schonst du sensible Bereiche und genießt das Klettern verantwortungsvoll.

Mountainbiken, Gravelbiken und Rennrad fahren

Auf dem Fahrrad kannst du zu einem harmonischen Miteinander beitragen. Mit ein bisschen Rücksicht vermeidest du Stress und Gefahren für Mensch und Wildtier.

  1. Bleib auf bestehenden Wegen und Trails
    So schützt du die Natur, vermeidest Schäden an Pflanzen und Böden und gibst Wildtieren die Chance, sich an deine Präsenz zu gewöhnen. Auf Trails bist du für die Wildtiere berechenbar – das schenkt ihnen Ruhe und Kraft.

  2. Fahre lieber am Tag
    So bewahrst du Ruhe- und Fresszeiten der Wildtiere in der Dämmerung und Nacht. Begegnest du einem Wildtier, bleib stehen und lass ihm Zeit, in Ruhe weiterzuziehen.

  3. Beachte lokale Sperrungen und Regelungen
    Hältst du dich daran, schützt du dich selbst und auch die Menschen, die in der Natur arbeiten – etwa bei Forstarbeiten oder der Wegesanierung.

  4. Plane deine Tour mit Rücksicht auf Schutzgebiete
    So trägst du ganz einfach zum Natur- und Wildtierschutz bei.

  5. Achte auf Weidetiere
    Schließe Zäune sorgfältig und fahre langsam vorbei – so bleibt es sicher für Mensch und Tier.

Trailrunning

Beim Trailrunning auf kleinen Pfaden bist du der Natur besonders nah. Damit dein Lauf im Einklang mit Flora und Fauna bleibt, helfen dir unsere Tipps:

  1. Bleib auf dem Trail
    Nutze bestehende Wege! Abkürzungen querfeldein sind oft verlockend. Doch sie können die Natur belasten: Pflanzen und Böden werden strapaziert und neue Trampelpfade entstehen, wenn andere deiner Spur folgen. Bleibe deshalb auf den markierten Wegen – so schützt du die Natur, bleibst für Wildtiere berechenbar und löst keine Fluchtreaktionen aus.

  2. Beschilderung beachten
    Hinweisschilder zeigen dir, wo du sicher und naturverträglich unterwegs bist. Manche Trails sind für andere Sportarten gedacht oder zeitweise gesperrt, etwa zu Vogelbrutzeiten. Indem du Regeln beachtest, trägst du zum Schutz sensibler Lebensräume bei.

  3. Nutze das Tageslicht
    Vermeide Läufe mit Stirnlampe in den Dämmerungs- und Nachtzeiten. So ermöglichst du den Wildtieren eine ungestörte Nahrungsaufnahme.

Übernachten im Wald / Trekking

Übernachten im Wald ist ein besonderes Naturerlebnis. Am verträglichsten für Natur und Tiere ist es, Trekkingcamps zu nutzen.

  1. Nutze Trekkingcamps
    Hier kannst du zelten, Feuer machen und Toiletten nutzen – ganz entspannt und umweltfreundlich! So hast du ein einmaliges Naturerlebnis und schützt die Ruhezonen der Tiere.
    Links: Trekking Schwarzwald, Trekking Odenwald, Trekkingcamps im Naturpark Obere Donau, Trekking-Camps Naturpark

  2. Vermeide Unruhe in der Dämmerung/Nacht
    Tiere benötigen die Nacht, um Nahrung zu suchen. Gönne ihnen dafür Ruhe und bleibe in der Dämmerungs- und Nachtzeit im Bereich des Camps und dessen unmittelbarer Umgebung und verhalte dich leise.

  3. Möglichst selten „wild“ übernachten
    Wenn du in der Natur übernachten möchtest, gestalte dies möglichst wildtierfreundlich. Je seltener du außerhalb von Zeltplätzen oder Trekkingcamps übernachtest, desto besser. Sommer und Herbst sind weniger kritisch für Wildtiere als Winter und Frühjahr. Zelten und Feuer machen sind laut Waldgesetz verboten. Auch beim Biwakieren solltest du Siedlungs- oder Zeltplatznähe bevorzugen und Schutzgebiete meiden. Teile Bilder und Erlebnisse verantwortungsvoll in sozialen Medien, um Nachahmer und Überlastung sensibler Orte zu vermeiden.

Wandern

Wenn du aufmerksam durch die Natur wanderst, kannst du mit ein bisschen Glück das ein oder andere Wildtier beobachten.

  1. Bleib auf den Wanderrouten und Wegen
    So bleibst du für Wildtiere berechenbar. Sie kennen die frequentierten Wanderwege und können diese meiden, sodass Konflikte reduziert werden. Zudem vermeidest du Orientierungsverlust, (Ab)Stürze und evtl. Steinschlag.

  2. Ruhig auf dem Weg gehen
    Vermeide starken Lärm – so störst du Wild- und Weidetiere nicht. Unterhaltungen, Lachen und lustige Wanderlieder sind für Wildtiere aber kein Problem.

  3. Nimm deinen Hund an die Leine
    Auch außerhalb von Schutzgebieten, in denen es eine Leinenpflicht gibt, sind Wildtiere zuhause. Viele Tiere fühlen sich durch freilaufende Hunde gestresst. Gerade im Winter, wenn die Energiereserven knapp sind sowie im Frühjahr, wenn viele Jungtiere im Gebüsch, Gras oder Unterholz Zuflucht suchen, können Hunde für Wildtiere zu einer Gefahr werden.

Wassersport (Kanu, Kajak, SUP)

Flüsse und Seen sind wertvolle Lebensräume. Kies-, Sand- und Schlammbänke dienen vielen Vögeln als Rastplätze, seichte Gewässer mit Wasserpflanzen sind Laichgebiete für Fische, Amphibien und Schnecken.

  1. Schutzgebiete beachten
    Meide Vogel- und Naturschutzgebiete sowie sensible Uferbereiche wie Schilfgürtel, Röhricht und dicht bewachsene Uferpartien. Fahre nicht hindurch und halte Abstand.

  2. Boote umsichtig einsetzen
    Nutze offizielle Ein- und Ausstiegsstellen oder ausgewiesene Rastplätze. Trage dein Boot zum Wasser und vermeide Starts über bewachsene Ufer – so bleibt die Uferzone intakt.

  3. Rücksicht auf Vögel
    Brutvögel am Ufer reagieren empfindlich auf Annäherung und Lärm. Störungen können dazu führen, dass Eier auskühlen oder Jungtiere von den Eltern getrennt werden. Halte Abstand und vermeide unnötigen Lärm.

  4. Fische und Laichplätze meiden
    Bleibe in der offenen Flussrinne und meide flache Uferzonen, Unterwasservegetation und kiesige Bereiche mit Strömung – besonders während der Laichzeit (Oberläufe: Dezember–April, Mittel- und Unterläufe: März–April). So bleiben Fische und Jungtiere ungestört.

Wintersport

Das Naturerlebnis im verschneiten Winter hat einen ganz besonderen Zauber. Vom Weg oder der Piste aus kannst du Spuren von verschiedenen Wildtieren beobachten. Beim Wintersport ist es besonders wichtig, auf Wildtiere Rücksicht zu nehmen, da die Nahrung knapp ist und möglichst viel Energie gespart werden muss.

  1. Alpinski und Langlauf: Bleib auf den Pisten und gespurten Loipen. Das ist nicht nur sicherer, sondern schützt auch die Wildtiere. Diese gewöhnen sich an Pisten- und Loipenbetrieb und wissen, dass ihnen dort von Wintersportler:innen keine Gefahr droht.

  2. Schneeschuhtouren und Skitourengehen: Halte dich an ausgewiesene Routen und Flächen, die für Schneeschuhwanderungen und Skitouren freigegeben sind. Wenn es das nicht gibt: bleibe auf Freiflächen und meide Wälder und dichte Baumgruppen. Wildtiere suchen dort oft Unterschlupf.

  3. Sei tagsüber unterwegs
    Meide Wintersportaktivitäten mit der Stirnlampe während der Dämmerungs- und Nachtzeiten. An manchen Orten gibt es Flutlicht-Pisten oder Loipen. An diese haben sich Tiere gewöhnt und ziehen sich von dort zurück.

Drohnen fliegen

Drohnen können von Wildtieren als Gefahr wahrgenommen werden, da die Drohne auf sie wie ein Greifvogel wirkt. Dies kann zu Fluchtreaktionen oder verändertem Verhalten führen. In vielen Schutzgebieten ist es nicht erlaubt, deine Drohne fliegen zu lassen.

  1. Rücksichtsvoll starten und landen
    Halte beim Betrieb deiner Drohne Abstand zu Tieren – ideal sind mindestens 100 Meter.

  2. Sanft und hoch fliegen
    Achte auf ruhige Flugbahnen und vermeide abrupte Richtungswechsel. Fliege so hoch wie möglich. Tiere sollten nie direkt angeflogen werden – so fühlen sie sich nicht bedroht und bleiben ungestört in ihrem Lebensraum.

  3. Auf Tiere achten
    Zeigen Tiere Reaktionen, halte sofort Abstand oder brich den Flug ab. Bei Angriffen von Greifvögeln fliege die Drohne rasch höher und vom Ort weg – so schützt du Tiere und deine Drohne.

  4. Sensible Gebiete meiden – auch außerhalb von Schutzgebieten
    Felswände, Hecken, Schilf- und Wasserflächen sind wichtige Lebensräume für störungssensible Vögel und andere Wildtiere. Halte großen Abstand, besonders wenn Wasservögel sichtbar sind – schon eine kleine Störung kann ganze Schwärme aufscheuchen.

Gleitschirm fliegen

Wildtiere können Gleitschirmflieger leicht mit natürlichen Feinden (z.B. Greifvögeln) verwechseln. Das löst Stress und Fluchtreaktionen aus, die viel Energie kosten. Im schlimmsten Fall werden Tiere aus ihrem Gebiet vertrieben.

  1. Sorgfältig planen und informiert starten
    Informiere dich über Schutzgebiete, Regeln und Fluggebietshinweise – so fliegst du sicher und naturverträglich. Wähle Flugrouten und Flughöhen über selten beflogenen Gebieten besonders sorgfältig aus und verzichte auf Dämmerungsflüge.

  2. Brutbereiche schützen
    Beachte befristete Überflugbeschränkungen über Horstbereichen brütender Greifvögel. Umfliege besetzte Greifvogelhorste, achte auf auffälliges Verhalten und weiche aus.

  3. Höhe bewahren
    In deckungsarmen Landschaften (z.B. offenen Feldern) haben Wildtiere kaum Versteckmöglichkeiten. Eine hohe Flughöhe sorgt dafür, dass Gleitschirme von Wildtieren kaum als Bedrohung wahrgenommen werden. Im Winter und während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr ist dies besonders wichtig.

  4. Rücksicht bei der Landung
    Lande nicht im hohen Gras oder auf Weiden, auf denen sich Tiere befinden und lege dein Fluggerät nur an sicheren Plätzen zusammen.

Klettern

Im Fels finden Uhu, Falken, Kolkrabe und Felsenschwalbe sowie die Gams Schutz und Zuflucht. Jede neue Kletterroute verkleinert jedoch diese Lebensräume.

  1. Zonen und Zeiten beachten
    Halte dich an markierte Kletterzonen, Zustiegswege, zeitlich begrenzte Sperrungen und meide die Dämmerungszeiten morgens und abends – so schützt du Pflanzen und Wildtiere.

  2. Brutzeit beachten
    Informiere dich über befristete Sperrungen, die in der Brutzeit von Vögeln gelten können. Du findest sie online unter DAV-Felsinfo | Kletterfelsen und Regelungen in Deutschland, auf Infotafeln vor Ort oder in DAV-Kletterführern.

  3. Schütze den Felsen von oben bis unten
    Die Vegetation an Felswänden bietet Tieren und Pflanzen wichtige Lebensräume. Nutze markierte Routen, Umlenk- und Abseilhaken – so schonst du sensible Bereiche und genießt das Klettern verantwortungsvoll.

Mountainbiken, Gravelbiken und Rennrad fahren

Auf dem Fahrrad kannst du zu einem harmonischen Miteinander beitragen. Mit ein bisschen Rücksicht vermeidest du Stress und Gefahren für Mensch und Wildtier.

  1. Bleib auf bestehenden Wegen und Trails
    So schützt du die Natur, vermeidest Schäden an Pflanzen und Böden und gibst Wildtieren die Chance, sich an deine Präsenz zu gewöhnen. Auf Trails bist du für die Wildtiere berechenbar – das schenkt ihnen Ruhe und Kraft.

  2. Fahre lieber am Tag
    So bewahrst du Ruhe- und Fresszeiten der Wildtiere in der Dämmerung und Nacht. Begegnest du einem Wildtier, bleib stehen und lass ihm Zeit, in Ruhe weiterzuziehen.

  3. Beachte lokale Sperrungen und Regelungen
    Hältst du dich daran, schützt du dich selbst und auch die Menschen, die in der Natur arbeiten – etwa bei Forstarbeiten oder der Wegesanierung.

  4. Plane deine Tour mit Rücksicht auf Schutzgebiete
    So trägst du ganz einfach zum Natur- und Wildtierschutz bei.

  5. Achte auf Weidetiere
    Schließe Zäune sorgfältig und fahre langsam vorbei – so bleibt es sicher für Mensch und Tier.

Reiten

Auf dem Pferd kannst du die Natur besonders gut erfahren. Oft entdeckst du mehr Wildtiere, da der Pferdegeruch deinen eigenen überdeckt.

  1. Auf den Wegen bleiben
    Nutze ausgewiesene Reitwege und bleibe auf dem Pfad. So schützt du empfindliche Vegetation und versteckte Jungtiere im Gras. Außerdem vermeidest du Erosion und trägst dazu bei, dass keine neuen Pfade entstehen, wenn andere deiner Spur folgen.

  2. Gewässer achtsam durchqueren
    Reite umsichtig an Bachufern und meide seichte Bereiche während der Laichzeit (Oktober–Februar), um Fische und ihre Lebensräume zu schonen.

  3. Ruhig bleiben bei Begegnungen mit Wildtieren
    Halte Abstand zu Wildtieren und führe Hunde an der Leine. Kommt es zu einer Begegnung mit einem Wildtier, beruhige dein Pferd und entferne dich langsam und ruhig.

  4. Sei tagsüber unterwegs
    Plane deine Ausritte tagsüber – so genießt du die Natur sicher und störst Wildtiere nicht in sensiblen Ruhezeiten.

Trailrunning

Beim Trailrunning auf kleinen Pfaden bist du der Natur besonders nah. Damit dein Lauf im Einklang mit Flora und Fauna bleibt, helfen dir unsere Tipps:

  1. Bleib auf dem Trail
    Nutze bestehende Wege! Abkürzungen querfeldein sind oft verlockend. Doch sie können die Natur belasten: Pflanzen und Böden werden strapaziert und neue Trampelpfade entstehen, wenn andere deiner Spur folgen. Bleibe deshalb auf den markierten Wegen – so schützt du die Natur, bleibst für Wildtiere berechenbar und löst keine Fluchtreaktionen aus.

  2. Beschilderung beachten
    Hinweisschilder zeigen dir, wo du sicher und naturverträglich unterwegs bist. Manche Trails sind für andere Sportarten gedacht oder zeitweise gesperrt, etwa zu Vogelbrutzeiten. Indem du Regeln beachtest, trägst du zum Schutz sensibler Lebensräume bei.

  3. Nutze das Tageslicht
    Vermeide Läufe mit Stirnlampe in den Dämmerungs- und Nachtzeiten. So ermöglichst du den Wildtieren eine ungestörte Nahrungsaufnahme.

Übernachten im Wald / Trekking

Übernachten im Wald ist ein besonderes Naturerlebnis. Am verträglichsten für Natur und Tiere ist es, Trekkingcamps zu nutzen.

  1. Nutze Trekkingcamps
    Hier kannst du zelten, Feuer machen und Toiletten nutzen – ganz entspannt und umweltfreundlich! So hast du ein einmaliges Naturerlebnis und schützt die Ruhezonen der Tiere.
    Links: Trekking Schwarzwald, Trekking Odenwald, Trekkingcamps im Naturpark Obere Donau, Trekking-Camps Naturpark

  2. Vermeide Unruhe in der Dämmerung/Nacht
    Tiere benötigen die Nacht, um Nahrung zu suchen. Gönne ihnen dafür Ruhe und bleibe in der Dämmerungs- und Nachtzeit im Bereich des Camps und dessen unmittelbarer Umgebung und verhalte dich leise.

  3. Möglichst selten „wild“ übernachten
    Wenn du in der Natur übernachten möchtest, gestalte dies möglichst wildtierfreundlich. Je seltener du außerhalb von Zeltplätzen oder Trekkingcamps übernachtest, desto besser. Sommer und Herbst sind weniger kritisch für Wildtiere als Winter und Frühjahr. Zelten und Feuer machen sind laut Waldgesetz verboten. Auch beim Biwakieren solltest du Siedlungs- oder Zeltplatznähe bevorzugen und Schutzgebiete meiden. Teile Bilder und Erlebnisse verantwortungsvoll in sozialen Medien, um Nachahmer und Überlastung sensibler Orte zu vermeiden.

Wandern

Wenn du aufmerksam durch die Natur wanderst, kannst du mit ein bisschen Glück das ein oder andere Wildtier beobachten.

  1. Bleib auf den Wanderrouten und Wegen
    So bleibst du für Wildtiere berechenbar. Sie kennen die frequentierten Wanderwege und können diese meiden, sodass Konflikte reduziert werden. Zudem vermeidest du Orientierungsverlust, (Ab)Stürze und evtl. Steinschlag.

  2. Ruhig auf dem Weg gehen
    Vermeide starken Lärm – so störst du Wild- und Weidetiere nicht. Unterhaltungen, Lachen und lustige Wanderlieder sind für Wildtiere aber kein Problem.

  3. Nimm deinen Hund an die Leine
    Auch außerhalb von Schutzgebieten, in denen es eine Leinenpflicht gibt, sind Wildtiere zuhause. Viele Tiere fühlen sich durch freilaufende Hunde gestresst. Gerade im Winter, wenn die Energiereserven knapp sind sowie im Frühjahr, wenn viele Jungtiere im Gebüsch, Gras oder Unterholz Zuflucht suchen, können Hunde für Wildtiere zu einer Gefahr werden.

Wassersport (Kanu, Kajak, SUP)

Flüsse und Seen sind wertvolle Lebensräume. Kies-, Sand- und Schlammbänke dienen vielen Vögeln als Rastplätze, seichte Gewässer mit Wasserpflanzen sind Laichgebiete für Fische, Amphibien und Schnecken.

  1. Schutzgebiete beachten
    Meide Vogel- und Naturschutzgebiete sowie sensible Uferbereiche wie Schilfgürtel, Röhricht und dicht bewachsene Uferpartien. Fahre nicht hindurch und halte Abstand.

  2. Boote umsichtig einsetzen
    Nutze offizielle Ein- und Ausstiegsstellen oder ausgewiesene Rastplätze. Trage dein Boot zum Wasser und vermeide Starts über bewachsene Ufer – so bleibt die Uferzone intakt.

  3. Rücksicht auf Vögel
    Brutvögel am Ufer reagieren empfindlich auf Annäherung und Lärm. Störungen können dazu führen, dass Eier auskühlen oder Jungtiere von den Eltern getrennt werden. Halte Abstand und vermeide unnötigen Lärm.

  4. Fische und Laichplätze meiden
    Bleibe in der offenen Flussrinne und meide flache Uferzonen, Unterwasservegetation und kiesige Bereiche mit Strömung – besonders während der Laichzeit (Oberläufe: Dezember–April, Mittel- und Unterläufe: März–April). So bleiben Fische und Jungtiere ungestört.

Wintersport

Das Naturerlebnis im verschneiten Winter hat einen ganz besonderen Zauber. Vom Weg oder der Piste aus kannst du Spuren von verschiedenen Wildtieren beobachten. Beim Wintersport ist es besonders wichtig, auf Wildtiere Rücksicht zu nehmen, da die Nahrung knapp ist und möglichst viel Energie gespart werden muss.

  1. Alpinski und Langlauf: Bleib auf den Pisten und gespurten Loipen. Das ist nicht nur sicherer, sondern schützt auch die Wildtiere. Diese gewöhnen sich an Pisten- und Loipenbetrieb und wissen, dass ihnen dort von Wintersportler:innen keine Gefahr droht.

  2. Schneeschuhtouren und Skitourengehen: Halte dich an ausgewiesene Routen und Flächen, die für Schneeschuhwanderungen und Skitouren freigegeben sind. Wenn es das nicht gibt: bleibe auf Freiflächen und meide Wälder und dichte Baumgruppen. Wildtiere suchen dort oft Unterschlupf.

  3. Sei tagsüber unterwegs
    Meide Wintersportaktivitäten mit der Stirnlampe während der Dämmerungs- und Nachtzeiten. An manchen Orten gibt es Flutlicht-Pisten oder Loipen. An diese haben sich Tiere gewöhnt und ziehen sich von dort zurück.

Our goal is to help people in the best way possible. this is a basic principle in every case and cause for success. contact us today for a free consultation. 

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