Die zunehmenden Hitzewellen der vergangenen Jahre zeigen deutlich: Der Klimawandel verändert nicht nur unsere Lebensweise, sondern auch die Lebensbedingungen zahlreicher Tierarten. Besonders für Wildtiere können langanhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen zur echten Belastungsprobe werden.
Wenn Wasser knapp wird
Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Doch genau dieses lebenswichtige Gut wird in heißen Sommern vielerorts knapp. Kleine Bäche trocknen aus, Tümpel verschwinden und natürliche Wasserstellen führen immer weniger Wasser.
Für Wildtiere bedeutet das längere Wege auf der Suche nach Trinkmöglichkeiten. Rehe, Füchse, Dachse oder Wildschweine müssen oft größere Strecken zurücklegen, um ihren Wasserbedarf zu decken. Das kostet Energie und erhöht gleichzeitig das Risiko, Straßen zu überqueren oder in die Nähe menschlicher Siedlungen zu gelangen.
Auch zahlreiche Vogelarten leiden unter Wassermangel. Besonders Jungvögel sind auf ausreichend Flüssigkeit angewiesen. Fehlen Wasserstellen, wird die Nahrungssuche schwieriger und die Überlebenschancen sinken.
Die Auswirkungen hoher Temperaturen beschränken sich nicht allein auf den Wasserhaushalt. Auch das Nahrungsangebot verändert sich.
Trockenheit beeinflusst das Wachstum vieler Pflanzen. Gräser verdorren schneller, junge Triebe bleiben aus und Früchte entwickeln sich schlechter. Pflanzenfresser wie Rehe oder Hasen finden dadurch weniger hochwertige Nahrung. Für das Auerhuhn ist das besonders schwierig – seine Hauptnahrungsquelle im Sommer sind Heidelbeeren. Wenn sich diese aufgrund der Dürre nicht richtig entwickeln, droht auch im Sommer Nahrungsknappheit.
Weniger Nahrung für viele Arten
Gleichzeitig leiden viele Insektenarten unter den veränderten Bedingungen. Das wiederum betrifft zahlreiche Vogelarten, Fledermäuse und andere Tiere, die auf Insekten als Nahrungsquelle angewiesen sind.
An heißen Sommertagen kommt es häufiger vor, dass Wildtiere in Gärten, Parks oder an Gewässern beobachtet werden. Was zunächst ungewöhnlich erscheint, ist oft eine Reaktion auf die veränderten Umweltbedingungen.
Wenn Wildtiere unsere Nähe suchen
Tiere suchen Wasser, kühlere Rückzugsorte oder zusätzliche Nahrungsquellen. Besonders in trockenen Phasen können Vogeltränken, Gartenteiche oder schattige Grünflächen wichtige Zufluchtsorte werden.
Dabei gilt jedoch: Wildtiere sollten nicht gefüttert werden. Fütterungen können das natürliche Verhalten verändern, Krankheiten begünstigen und zu unerwünschten Abhängigkeiten führen (dies ist insbesondere bei anpassungsfähigen Arten wie dem Waschbären, Füchsen, Ratten zu beachten). Wasser bereitzustellen ist dagegen oft eine sinnvolle Unterstützung – besonders für Vögel und Insekten.
Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Jeder Mensch kann dazu beitragen, Wildtiere in heißen Sommern zu unterstützen.
Schon einfache Maßnahmen helfen:
Bei sich Zuhause:
- Wassertränken für Vögel und Insekten täglich mit frischem Wasser füllen
- Keine Essensreste, Tierfutter oder Fallobst offen zugänglich lassen und Mülltonnen und Kompost verschlossen und tiergesichert aufbewahren
- Naturnahe Gärten mit heimischen Pflanzen fördern
- Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten
Beim Ausflug in die Natur:
- Hunde in sensiblen Bereichen anleinen
- Tiere nicht verfolgen oder für Fotos bedrängen
- Ausgewiesene Wege, Picknickplätze und Wassersport-Bereiche nutzen
Besonders wichtig ist es, Rückzugsräume zu respektieren. Wildtiere benötigen während extremer Wetterlagen Ruhe, um ihre Energiereserven zu schonen