Ein Tag im Verborgenen

Die Sonne geht auf und im hohen Gras, in einer kleinen Mulde, liegen sie dicht beieinander: ein junger Feldhase und seine Geschwister. Warm. Still. Nah. Sie bewegen sich kaum, sie atmen nur. Über ihnen streicht der Wind, das Gras flüstert leise, alles wirkt ruhig für einen Moment. Dann verändern Schritte, Stimmen und ein bellender Hund die Situation. Die kleinen Hasen verharren reglos, drücken sich tiefer in den Boden. Nicht aus Mut, sondern aus Instinkt. Bewegung würde Aufmerksamkeit bedeuten – und Aufmerksamkeit Gefahr. Sie bleiben liegen. Müssen liegen bleiben.

Für uns ist es nur ein Spaziergang, ein Moment draußen, frische Luft. Für sie ist es Überleben. Die Zeit zieht sich, Sekunden werden lang, bis die Umgebung wieder zur Ruhe kommt. Erst dann, viel später, nähert sich die Mutter. Vorsichtig, unauffällig, nur für kurze Zeit. Zwei- bis dreimal am Tag säugt sie ihre Jungen – nicht mehr, als nötig. Jede längere Anwesenheit würde Spuren hinterlassen, würde Aufmerksamkeit wecken. Danach verschwindet sie wieder im Gras.

 Zurück bleibt Stille. Und Warten. Der Tag vergeht, ohne gesehen zu werden, ohne gehört zu werden. Genau das gibt den Jungtieren ihre Chance. Gleichzeitig macht es sie so verletzlich. Denn Leben findet auch dort statt, wo wir nichts sehen. Und gerade deshalb braucht es Rücksicht – damit dieses Leben eine Zukunft hat.

Hasenbabys im hohen Gras

Weitere Nachrichten

Our goal is to help people in the best way possible. this is a basic principle in every case and cause for success. contact us today for a free consultation. 

Practice Areas

Newsletter

Sign up to our newsletter